World Wealth Report zeigt weltweiten Anstieg des Vermögens wohlhabender Privatanleger um 7,7 % – Niveau vor der Rezession ist wieder erreicht

Geringeres Wohlstandswachstum in Europa, im Nahen Osten und in Lateinamerika

Weltweit gab es am Jahresende 2003 laut World Wealth Report geschätzte 7,7 Millionen HNWI, das sind 7,5 % bzw. 500’000 wohlhabende Privatanleger  mehr als im Vorjahr. Deren Gesamtvermögen erhöhte sich der Studie zufolge um 7,7 % auf 28,8 Billionen US-Dollar. Als sog. «HNWI» (High Net Worth Individuals) werden Privatanleger mit einem Finanzvermögen von mehr als 1 Million USD ohne Berücksichtigung von Immobilienbesitz bezeichnet

In den USA wurden zum Jahresende 2003 mit insgesamt 2'270’000 rund 272’000 HNWI bzw. 14 % mehr als im Vorjahr gezählt. Auch China und Indien zeigten im vergangenen Jahr mit Steigerungen von 12% beziehungsweise 14 % soliden Zuwachs bei der Zahl der HNWI, während Europa, der Nahe Osten und Lateinamerika nur auf eher bescheidene Zuwachsraten kamen.

 “Wie schon in den vergangenen Jahren haben die High Net Worth Individuals schnell auf globale Trends reagiert, die ihre Fähigkeit zur Bewahrung und zum Ausbau ihres Wohlstandes beeinflussen“, sagt Nicholas Stonestreet, General Manager und CEO von Merrill Lynch Bank (Suisse), „zugute kam ihnen dabei die starke Rally an den Aktienmärkten und das solide, weltweite Wirtschaftswachstum. Insbesondere wohlhabenden Anlegern in den USA, China und Indien ist es gelungen, aus diesen Trends trotz grosser geopolitischer Unsicherheiten Kapital zu schlagen.“

Europa, Lateinamerika und der nahe Osten blieben zurück

Während die Zahl der Wohlhabenden in Asien und Nordamerika stark anstieg, zeigte Europa mit einem Anstieg um 2,4 % auf 2,6 Millionen HNWI einen eher bescheidenen Zuwachs. Das Vermögen der wohlhabenden Privatanleger in der Region erhöhte sich auf 8,7 Billionen US-Dollar. Weiterhin bleibt das durchschnittliche Vermögen der HNWI in Europa auf insgesamt niedrigerem Niveau als in Nordamerika, vor allem restriktiver Einkommenssteuer-Gesetze wegen, die den Aufbau von privatem Vermögen erschweren. Bemerkenswerte Ausnahmen bilden in diesem Zusammenhang Spanien, Russland und die Tschechische Republik, wo das Vermögen der wohlhabenden Privatanleger rascher zunahm.
Lateinamerika erging es 2003 besser als in den Vorjahren, aber das Wachstum sowohl der Anzahl als auch des Vermögens der HNWI´s war trotz der beeindruckenden Gewinne an den Aktienmärkten der Region relativ niedrig. Die Zahl der lateinamerikanischen HNWI´s erhöhte sich im vergangenen Jahr nur um 1,3 %.Sie verfügen dafür aber im Vergleich zu den HNWI´s aller anderen wichtigen Regionen weiterhin über das grösste Durchschnittsvermögen. Im Nahen Osten erhöhte sich die Zahl der HNWI´s im vergangenen Jahr um 2,4 %. 
Der Trend zu einem anhaltenden Anstieg des weltweiten Wohlstandes sollte intakt bleiben. Der World Wealth Report sagt ein Wachstum des Finanzvermögens der HNWI um jährlich 7% voraus, sodass bis zum Jahr 2008 die Marke von 40 Billionen US-Dollar überschritten wird.

Umschichtungen in Aktien und Alternative Investments

 “HNWI haben 2003 von substanziellen Gewinnen existierender Aktienbestände ebenso  profitiert wie von neu aufgebauten Aktienpositionen“, sagt Andreas Mentel, Vice President Financial Service Industries von Capgemini Schweiz, “die HNWI gehörten zu den ersten Investoren, die damit begonnen haben, ihren Schwerpunkt von festverzinslichen Wertpapieren mit niedriger Rendite zurück zum Aktienbereich, zu Spezialprodukten und zu alternativen Investitionen zu verlagern. Angesichts eines stabilen Investitionsklimas und niedriger Zinssätze während des vergangenen Jahres haben wohlhabende Privatanleger in vielen Regionen der Welt ihre Allokation bei Hedge-Fonds und strukturierten Produkten erhöht, die ansehnliche Erträge brachten und für Ausgeglichenheit in den Portfolios sorgten. Zusätzlich haben sich Immobilien schon im zweiten Jahr in Folge als attraktiv für HNWI erwiesen, obwohl sie generell  nicht als liquide Anlageform gelten.“

“So wie es aussieht, haben die HNWI im vergangenen Jahr alles richtig gemacht“, erklärt Nicholas Stonestreet von Merrill Lynch Bank (Suisse), „sie haben ihre Exposition gegenüber Aktien erhöht, die andere Asset-Klassen in der Wertentwicklung übertrafen. Neben der richtigen Gewichtung der Aktienquote ist es wichtig, dass Anleger global investieren, die Zusammensetzung von Rentenportfolios überdenken, die Anlage in Rohstoffen und unkorrelierte Investments erwägen und überschüssige Barmittel jetzt wieder investieren.“

Wohlhabende Privatanleger nutzen immer raffiniertere Strategien

Wohlhabende Privatanleger verhalten sich zunehmend wie institutionelle Investoren und wollen für ihre Portfolios ein Riskomanagement, eine dynamische Verteilung der Vermögenswerte und eine objektive Anlageberatung.
“Eine wachsende Zahl von HNWI ahmt erfolgreich das Verhalten institutioneller Investoren nach“, sagt Andreas Mentel von Capgemini Schweiz, „dies kann man daran erkennen, dass sie einem strukturierten Anlageprozess folgen, integrierte Lösungen dem Erwerb isolierter Produkte vorziehen und die Emotionen aus dem Investment-Prozess nehmen. Die wichtigsten finanziellen Ziele der HNWI haben sich zwischen 2002 und 2003 weiter entwickelt: Heute steht weniger die Erhaltung des Vermögens im Vordergrund, vielmehr richtet sich der Fokus auf die Vermehrung und Verteilung des Wohlstandes.“

Zudem ist für viele wohlhabende Privatanleger die Vermögensverwaltung inzwischen zu einer generationsübergreifenden Angelegenheit geworden, woraus sich eine starke Nachfrage nach Dienstleistungen ergibt, die sich mit der Planung von Steuer- und Erbschaftsangelegenheiten und gemeinnützigen Aktivitäten befassen.

“Viele besonders wohlhabende Familien machen Pläne für einen 100-Jahres-Zeitraum“, erklärt Mentel, „in diesen Plänen werden Familienmitglieder wie Geschäftsfelder angesehen; betont werden dabei von der Unternehmensführung inspirierte Richtlinien. Dazu gehören Aussagen etwa über die Ziele und Werte der Familie, Führungsstrukturen und Kommunikationsregeln.“

HNWI-Wachstum nach Regionen, 2002-2003

Region

Vermögen

Anzahl

Nordamerika

13,6%

13,5%

Asien

10,0%

 8,4%

Europa

 3,7%

 2,4%

Naher Osten

 3,3%

 2,4%

Lateinamerika

 2,1%

 1,3%

Quelle: Merrill Lynch, Cap Gemini 2004 World Wealth Report

 

Die Capgemini-Gruppe ist einer der weltweit führenden Dienstleister für Management- und IT-Beratung, Technologie sowie Outsourcing. Das Unternehmen unterstützt Kunden bei der Entwicklung und Umsetzung von Wachstumsstrategien sowie dem Einsatz neuer Technologien. Der Bereich Capgemini Global Financial Services arbeitet eng mit den weltweit führenden Finanzdienstleistern zusammen. Capgemini ist einer der führenden Anbieter umfassender Beratungsdienstleistungen für die Wertpapier- und Vermögensverwaltungsbranche. Capgemini beschäftigt weltweit rund 48’000 Mitarbeiter und erzielte 2003 einen weltweiten Umsatz von 5,75 Milliarden Euro.

Merrill Lynch gehört zu den führenden Vermögensverwaltungsgesellschaften weltweit mit Niederlassungen in 35 Ländern und einem verwalteten Vermögen privater Kunden im Umfang von rund 1,5 Billionen US-Dollar (Stand: 31. März 2004). Als eine der führenden Investmentbanken bei der Emission von Anleihen und Aktienkapital, berät Merrill Lynch Unternehmen, Regierungen, Institutionen sowie Privatpersonen weltweit. Durch Merrill Lynch Investment Managers ist der Konzern einer der größten Fondsverwalter auf der Welt. Allein Merrill Lynch Investment Managers verwaltet Kundengelder in der Höhe von 513 Milliarden US-Dollar (Stand: 31. März 2004).