Selbstmord: eine der häufigsten Todesursachen

Selbstmord - für viele der letzte Ausweg (Foto:dpa)
Selbstmord - für viele der letzte Ausweg (Foto:dpa)
Weltweit sterben jedes Jahr mehr Menschen durch Selbstmord als durch Krieg und Mord zusammen - nämlich fast eine Million. Bis zum Jahr 2020 würden sich schätzungsweise mehr als 1,5 Millionen Menschen pro Jahr umbringen. Darauf weist die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hin.

Männer sind gefährdeter
Den Angaben der WHO zufolge nehmen sich mehr Männer als Frauen das Leben. Frauen hingegen unternehmen häufiger einen Selbstmordversuch als Männer. Die meisten Menschen bringen sich in Osteuropa an; in Südamerika und moslemischen Ländern ist die Selbstmordrate vergleichsweise niedrig.

Jugendliche immer mehr betroffen
Im Allgemeinen würden die Menschen mit zunehmendem Alter häufiger Selbstmord begehen. Aber: "In der jüngsten Zeit hat suizidales Verhalten unter jungen Menschen zwischen 15 und 25 Jahren alarmierend zugenommen", so die WHO.

Deutschland: 11.000 Selbstmörder jährlich
In Deutschland starben nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Jahr 2002 rund 11.000 Menschen durch Suizid. Das sind mehr Todesfälle als durch Aids, Verkehrunfälle und Tötungsdelikte zusammen.

Vielfältige Gründe
Auslöser für Selbstmordgedanken seien meist Armut, Arbeitslosigkeit, der Verlust eines nahe stehenden Menschen, Streitigkeiten und Probleme im Beruf. Bei vielen Selbstmorden spielten auch frühere Selbstmordfälle in der Verwandtschaft, Alkohol- und Drogenmissbrauch, Kindesmissbrauch, gesellschaftliche Isolierung und psychische Störungen wie Depressionen oder Schizophrenie "eine zentrale Rolle", berichtet die WHO.