Praxisgebühr verursacht hohe Bürokratiekosten  (t-news 6.1.04)

Fast jeder zehnte Euro der Praxisgebühr, die seit Jahresanfang in den Arztpraxen entrichtet werden muss, fällt dem höheren Verwaltungsaufwand zum Opfer. "Pro zehn Euro Praxisgebühr kalkulieren wir mit 90 Cent Verwaltungskosten", sagte der Sprecher der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Roland Stahl, der "Berliner Zeitung" (Dienstag).

Aufwand bei Mahnung noch höher
"Der Verwaltungsaufwand ist damit ziemlich hoch. Wenn Patienten ihre Praxisgebühr nicht sofort bezahlen und Arztpraxen schriftliche Mahnungen verschicken, wird es sogar noch teurer." Dann liege der Verwaltungsaufwand pro Fall bei 1,80 Euro.

Ärzte fürchten Zuzahlungen
Insgesamt rechnen die Kassenärzte nach einer ersten Schätzung mit zusätzlichen Bürokratiekosten von bundesweit rund 20 Millionen Euro im Quartal, die von den Kassenärzten zu tragen seien. Diese Aufwendungen würden nicht von den Krankenkassen übernommen.

Keine Probleme bei Einführung
Seit 1. Januar müssen gesetzlich Krankenversicherte bei jedem ersten Arztbesuch im Quartal eine Praxisgebühr von zehn Euro bezahlen. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre sind davon ausgenommen. Die Einführung funktioniert den Kassenärzten zufolge gut. Auch für die nächsten Tage erwartet Stahl keine ernsten Schwierigkeiten.

 

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