PHARMA-PREISKONTROLLEN

Pfizer-Chef droht Schröder mit Handelskrieg

Die Stimmung zwischen Pharmaindustrie und der Bundesregierung ist frostig. Grund ist die deutsche Festbetragsregelung bei Arzneimitteln. Der Chef des amerikanischen Pharmakonzerns Pfizer kündigte einen großen Handelsstreit an. Eine Beschwerde bei der Welthandelsorganisation sei bereits eingereicht worden.

Davos - Der Chef des amerikanischen Pharmakonzerns Pfizer, Henry McKinnell, erklärte, die staatlichen Preiskontrollen könnten zu einem Handelskrieg zwischen der EU und den USA führen. "Wir sind sehr besorgt, dass Deutschland auf dem falschen Weg in Richtung von Preiskontrolle und Rationierung von Medikamenten ist", sagte er auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos. Gegen die Einordnung seines Cholesterinsenkers Sortis in eine Festbetragsgruppe habe Pfizer Klage eingereicht.

Bundeskanzler Gerhard Schröder unterstützt Festbeträge, die seit Jahresbeginn auch für "Scheininnovationen" gelten. Dabei handelt es sich um geschützte Arzneien, die gegenüber älteren keinen Zusatznutzen bringen. Die Festbeträge wirken als Preisobergrenze für die Erstattung durch die Krankenkassen. Die forschenden Hersteller befürchten dadurch Umsatzeinbußen und Abstriche bei der Forschung.

Laut McKinnell kosten neu entwickelte Arzneimittel ausländischer Firmen in Deutschland halb so viel wie in den USA, während die deutschen Generika-Produkte doppelt so teuer seien. "Sie bevorzugen ihre eigenen Firmen", klagte der Pfizer-Chef. Deswegen werde er am Freitag in Davos mit Bundeskanzler Gerhard Schröder zusammentreffen.