Pflegeversicherung - Regierung plant Angleichung der Leistungen für stationäre Pflege und Betreuung zu Hause. Zuschüsse für derzeitige Heimbewohner bleiben konstant

Weniger Geld fürs Pflegeheim

BERLIN. Pflegebedürftige Menschen, die zu Hause betreut werden, sollen von 2005 an die gleichen Zuschüsse aus der Pflegeversicherung erhalten wie in Heimen untergebrachte Personen. Für künftige Fälle leichterer Pflegebedürftigkeit bedeutet dies drastisch geringere Leistungen bei der Heimpflege.

Das geht aus den Plänen einer Arbeitsgruppe der rot-grünen Koalition hervor, die die Parlamentarische Staatssekretärin im Gesundheitsministerium, Marion Caspers-Merk (SPD), am Montag in Berlin vorlegte. Die heutigen Sätze der Pflegeversicherung sind gesetzlich bis Ende 2004 festgelegt.

Nach den Plänen sollen die monatlichen Sätze - je nach Pflegestufe - künftig einheitlich bei 500, 1 000 und 1 500 Euro liegen. Für leicht Pflegebedürftige der Stufe eins, die im Heim versorgt werden, gäbe es danach statt 1 023 Euro nur noch 500 Euro pro Monat. Werden sie zu Hause gepflegt, stiege der Zuschuss für Sachleistungen durch Pflegedienste von derzeit 384 auf 500 Euro. Von dieser Gruppe lebt derzeit nur jeder Vierte im Heim.

Bei der Pflegestufe zwei würden die Sätze bei stationärer Pflege von 1 279 auf 1 000 Euro sinken, bei ambulanter Versorgung von 921 auf 1 000 Euro steigen. Bei besonders schweren Fällen stiegen die Pflegesätze von 1 432 Euro nach den derzeitigen Planungen auf 1 500 Euro zu Hause und im Heim.

Caspers-Merk wandte sich aber gegen Vorwürfe, die Zuschüsse für derzeitige Heimbewohner würden gekürzt. Für Menschen, die schon jetzt im Heim gepflegt werden, ändere sich nichts - es sei denn, das neue Recht sieht höhere Leistungen vor, sagte sie.

Gleichzeitig sei geplant, die Leistungen für demenzkranke Heimbewohner zu erhöhen. So solle für Demenzpatienten pro Tag pauschal eine halbe Stunde zusätzlicher Pflegeaufwand gewährt werden. (dpa)