Jeder siebte Berliner lebt in Armut

Die Armutsquote in der Hauptstadt ist so hoch wie noch nie: Mehr als 530.000 Einwohner der Hauptstadt (15,6 Prozent) mussten im vergangenen Jahr mit weniger als 606 Euro im Monat auskommen. 1996 lag der Anteil der Betroffenen noch bei 14,1 Prozent. "Berlin wird ärmer", heisst es im Bericht des Statistischen Landesamts Berlin.

Große Familien besonders betroffen
Dem Bericht zufolge besteht für Haushalte mit Kindern ein besonders großes Risiko: Mehr als die Hälfte der Berliner Haushalte mit drei und mehr Kindern ist arm. Dabei sind Haushalte von Alleinerziehenden zu 27,8 Prozent betroffen. Jedes dritte Kind unter drei Jahren in Berlin lebt in Armut.

Westen ärmer als der Osten
Die Quote im Westen der Stadt (17,3 Prozent) übertrifft den Osten (12,9 Prozent) deutlich. Die fünf ärmsten Bezirke liegen alle im ehemaligen Westen der Stadt: Kreuzberg, Wedding, Neukölln, Schöneberg und Tiergarten. "Die Bevölkerung war in der DDR nicht nach dem Einkommen verteilt", erklärte ein Statistiker. Dieser Prozess habe erst nach der Wende eingesetzt.

Armut auch durch fehlende Bildung
Andere Gründe für einen sozialen Abstieg sind Erwerbslosigkeit und ein fehlender Schul- oder Berufsabschluss. Auch Ausländer sind nach wie vor überdurchschnittlich gefährdet.

Auch die Zahl der Reichen wächst
Zugleich wächst das soziale Gefälle, denn auch die Zahl der Reichen nimmt leicht zu. Sie lag 1996 noch bei 4,8 Prozent und stieg im vergangenen Jahr auf 5,1 Prozent. Als wohlhabend gilt derzeit in Berlin, wer über mindestens 2426 Euro netto im Monat verfügt.

Umfrage in 18.000 Haushalten
Grundlage des Berichts "Armut und soziale Ungleichheit" sind die Daten einer Repräsentativstatistik 2002, an dem in Berlin 18.000 Haushalte (34.000 Personen) teilnahmen.

zurück