DIHK-Chef fordert drei Nullrunden  (t-news 12.1.04)

Die Gegensätze könnten nicht größer sein: Während sich der Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser für maßvolle Lohnerhöhungen ausspricht, fordert der Chef des Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) Lohnverzicht - und zwar für drei Jahre.

Lohnverzicht gefordert
Nach dem Willen des DIHK sollen Löhne und Gehälter in den kommenden drei Jahren nicht erhöht werden. "Eine Nullrunde für drei Jahre wäre der richtige Weg", sagte DIHK-Chef Ludwig Georg Braun der Tageszeitung "Die Welt" (Montag). "Eine mehrjährige Nullrunde würde den Rationalisierungsdruck abschwächen, die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen erhöhen und die Beschäftigung fördern." Dabei sollte es nach Ansicht von Braun allerdings Öffnungsklauseln geben, die es den Beschäftigten eines erfolgreichen Unternehmens erlauben, am Erfolg des Unternehmens beteiligt zu werden.

Maßvolle Lohnerhöhungen gefordert
Im Vorfeld der Tarifgespräche in Baden-Württemberg in der vergangenen Woche hatte Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser maßvolle Lohnerhöhungen gefordert. Der Tarifabschluss in der Metall- und Elektroindustrie müsse deutlich unter 1,4 Prozent liegen. Auch forderte er neue Vereinbarungen über die Arbeitszeit gefordert. "Ein Tarifabschluss ohne mehr betrieblichen Spielraum bei der Arbeitszeit ist nicht vorstellbar", sagte Kannegiesser. Zugleich drohte er der IG Metall mit dem Ende des Flächentarifs.

Tarifverhandlungen in wichtigen Branchen
Auch in weiteren großen Branchen werden in diesem Jahr die Tarife neu verhandelt. Im März 2004 beginnen die Verhandlungen für die Bauwirtschaft (rund 800.000 Beschäftigte) und im April 2004 für die Chemieindustrie (580.000 Beschäftigte).