Dienen und Verdienen

 Der Titel "Deutschlands höchstbezahlter Konzernchef" ist nicht gerade begehrt. Wen es trifft, der findet sich über Wochen in den Schlagzeilen der einschlägigen Boulevardblätter wieder.

Ackermann als "Spitzenverdiener" gebrandmarkt
Umso mehr dürfte sich Deutsche-Bank-Lenker Josef Ackermann (55) ärgern, dass nun ihm die zweifelhafte Ehre widerfährt. Grundgehalt, Bonus, Aktienrechte und Optionen zusammengerechnet, erhielt der Schweizer im vergangenen Jahr 6,95 Millionen Euro. "Spitzenverdiener", brandmarkte die "Bild"-Zeitung.

 

Ackermann nur auf Platz drei
Tatsächlich? Eine Analyse der 30 Dax-Konzerne zeigt, dass Ackermann allenfalls auf Platz drei rangiert - knapp hinter SAP-Manager Henning Kagermann (56), dem ein dickes Paket von Wandelschuldverschreibungen ein Gehalt von insgesamt 7,5 Millionen Euro bescherte. Und deutlich hinter DaimlerChrysler-Lenker Jürgen Schrempp (58), der inklusive Optionen mindestens 10,8 Millionen Euro kassierte.

 Konzernchefs lehnen Offenlegung der Gehälter ab
Besser gesagt: kassiert haben dürfte. Schrempps Bezüge lassen sich, zieht man den Geschäftsbericht zu Rate, nur schätzen. Sein persönliches Gehalt offen zu legen lehnt der Herr der Welt AG ebenso ab wie die weit überwiegende Mehrheit der übrigen deutschen Konzernlenker.

Schweigen ist Gold
Sie wissen, warum sie schweigen. Deutschlands Managerriege hat im vergangenen Jahr mächtig zugelangt. Die Vorstände der 30 Dax-Konzerne kamen 2002 auf ein Gesamtsalär von mehr als 420 Millionen Euro - Aktienoptionen und sonstige langfristige Vergütungselemente eingerechnet. Bei Firmen wie DaimlerChrysler und der Lufthansa stiegen die Gehälter der Spitzenkräfte um über 100 Prozent.

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