Clement: Weniger feiern und länger arbeiten

Genießen die Deutschen zu viele Feiertage? Reflexartig antworten die Arbeitnehmer mit einem kategorischen "Nein", während Wirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) ebenso überzeugt seine Sicht der Dinge verkündet. Im internationalen Vergleich kommen die Deutschen einfach zu gut weg, meint der Superminister. "Wer unseren Feiertagskalender mit dem anderer Staaten vergleicht, der kann auch ins Grübeln kommen", sagte er dem Nachrichtenmagazin "Stern". Die Deutschen, so Clement, seien in Sachen Arbeitszeit, Urlaubs- und Feiertage "zweifelsohne an der Grenze angelangt".

Mehr Wachstum durch weniger Feiertage
Dem ministeriellen Grübeln über die Feiertage liegen ökonomische Überlegungen zugrunde. Schließlich, so Clement falle das Wirtschaftswachstum im nächsten Jahr bis zu 0,5 Prozent höher aus, weil eine Reihe von Feiertagen auf Wochenendtagen liegen. Im nächsten Jahr fallen beispielsweise der Einheitsfeiertag und der zweite Weihnachtsfeiertag jeweils auf einen Sonntag.

Milliardenersparnis für die Wirtschaft?
Dass Clements Äußerungen keine aus der Luft gegriffenen Gedankenspiele sind, bescheinigt ihm das Münchener Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung. Die Ökonomen haben ausgerechnet, dass die Wirtschaft um 3,5 Milliarden Euro entlastet wird, wenn in Deutschland beispielsweise der Pfingstmontag gestrichen wird. Der "Berliner Zeitung" sagte Ifo-Konjunkturchef Jan-Egbert Sturm, aus ökonomischer Sicht wäre eine solche Maßnahme deshalb zu begrüßen.

Ende für die 35-Stunden-Woche
Auch die 35-Stunden-Woche ist Schnee von gestern, meint jedenfalls Clement und bereitet die Deutschen so schon mal auf längere Verweilzeiten in Büros, Werkstätten und allen anderen Arbeitsplätzen vor.

Clement nennt Streik verfehlt
Mit Blick auf den Streik der IG Metall für die 35-Stunden-Woche in Ostdeutschland sagte Clement: "Das ist ein Konflikt zur falschen Zeit am völlig falschen Ort." Auch für Westdeutschland stellte der Minister die 35-Stunden-Woche in Frage: "Wir sind meines Erachtens am Anschlag angekommen."

dpa/news/msti 

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