Arbeitsagentur wirft Koma-Patientin aus Krankenversicherung

(crb) - Beamtenstaat bizarr: Manchmal scheint die Bürokratieversessenheit der Staatsdiener die unverständlichsten Formen anzunehmen. Wie die Onlineausgabe der "Bild" berichtet, hat die Bundesagentur für Arbeit eine im Koma liegende Zahnarzthelferin aus der Krankenversicherung geworfen. Grund: Es fehlte ein Attest. Für gerade einmal zwei Tage.

 
Die Agentur für Arbeit hat eine arbeitslose Morbus-Crohn-Patientin aus der Krankenversicherung geworfen.
© dpa 12.5.10

Nach Angaben der "Bild" leidet die arbeitslose 23-jährige Frau aus Rheinland-Pfalz unter der chronischen Darmerkrankung Morbus Crohn und wurde deswegen bereits 20-mal operiert. Ein Amtsarzt erklärte sie jedoch im Januar dieses Jahres für gesund, obwohl kurz darauf eine weitere Operation fällig war. Nach dem Eingriff wurde die Patientin zwar erneut krankgeschrieben, aber genau hier entstand eine Lücke von zwei Tagen, für die ein Attest fehlte.

Wenig später brach die junge Frau mit einer Lungenentzündung und Blutvergiftung zusammen und liegt seitdem im künstlichen Koma.

Als Arbeitslose war die Zahnarzthelferin über die Arbeitsagentur krankenversichert - bisher. Wegen des fehlenden Attests wurde sie nun wohl aus der Krankversicherung geworfen. Auch, dass die Eltern das Attest anscheinend nachreichten, änderte daran nichts mehr. Nun dürfte der Fall vor Gericht verhandelt werden.