Beteilungen der Stadt Reutlingen an Unternehmen

Die Stadt Reutlingen hält Anteile an insgesamt 45 Gesellschaften und Zweckverbänden. (Sie können diese Grafik als Adobe Acrobat Dokument downloaden. Klicken Sie auf den Download-Link am Ende dieser Seite).
GEA-REPRO

Im Zuge von Haushaltskonsolidierung und Verwaltungsreform setzt Oberbürgermeisterin Barbara Bosch auf den Ausbau des Beteiligungsmanagementes. Derzeit ist der gesamte Komplex der städtischen Beteiligungen noch im Amt für Wirtschaft angesiedelt. Doch schon bald sollen die Fäden dieses Netzwerkes beim Ersten Bürgermeister Thomas Reumann zusammenlaufen.

Die zentrale Frage für Reumann ist die Steuerung dieses Unternehmensgeflechts. »Es geht darum, wie wir Strukturen schaffen, um die Unternehmensbeteiligungen transparent zu machen.« Rechtssicherheit, Planungsklarheit, Risikomanagement und der gesicherte Informationsfluss aus den Tochterunternehmen bilden die Voraussetzungen für ein erfolgreiches Management. »In den vergangenen zwei Jahren wurde immer nur kurzfristig gefragt, mit welchem Beitrag können die reichen Töchter der Stadt ihrer Not leidenden Mutter helfen«, sagt Reumann. »Diese Hektik muss aufhören, wir müssen die Dinge verstetigen.«

Pilotprojekt mit der GWG

Am Beispiel der Gemeinnützigen Wohnungsgesellschaft (GWG) macht Reumann deutlich, wie ein nachhaltiger Beitrag der Beteiligungsunternehmen für die Stadt erreicht werden soll. Unter dem Stichwort »Ausgeglichene Interessenlagen« startet ein Pilotprojekt mit der GWG, wonach die Gesellschaft ihren Beitrag für die Stadt nicht nur in Form von Kapital leisten soll, sondern auch in Form von Sachleistungen. So könnte sich der Erste Bürgermeister beispielsweise vorstellen, dass die GWG, die einen 60-Prozent-Anteil an der Reutlinger Parkierung und Wirtschaft (RPW) hält, sich um die Tiefgaragen der RPW kümmert und so die Stadt von dieser Arbeit entlastet.

Für Reumann ist die GWG die Perle unter den städtischen Beteiligungen. Rund 7 000 Wohnungen vermietet die Gesellschaft, das ist ein Drittel aller Mietwohnungen in Reutlingen. Ausgezeichnet ist ihre Eigenkapitaldeckung, die im Berichtsjahr 2001 fast 65 Prozent betrug.

Die GWG erzielte 2001 einen Umsatz von 30 Millionen Euro und einen Gewinn von über 650 000 Euro - das ist allerdings eine äußerst mickrige Rendite von gerade Mal 0,29 Prozent. Die Gewinnerzielung ist jedoch nicht die vordringlichste Aufgabe der GWG, vielmehr soll sie eine »sozial verantwortbare Wohnungsversorgung für breite Schichten der Bevölkerung sicherstellen«.

»Wir wollen die GWG genau so erhalten wie sie ist, auch als Instrument der städtischen Wohnungsbaupolitik«, versichert Reumann. Aber das Ziel heißt auch hier Abwägung. »Die Frage ist, welche Immobilien muss die GWG in ihrem Bestand haben.«

Ein weiteres bedeutendes Tochterunternehmen und zu hundert Prozent Eigentum der Stadt sind die Stadtwerke Reutlingen (SWR). Seit der Ausgliederung der Energie- und Wasserversorgung in die Fair-Energie im Jahr 2000 fungieren die Stadtwerke als Holdinggesellschaft für die verbundenen Unternehmen Fair-Energie, die Reutlinger Stadtverkehrsgesellschaft, die RSV Hogenmüller & Kull Co. und die Kraftwerke Reutlingen-Kirchentellinsfurt. Einzig die Hallenbäder in der Albstraße, in Betzingen und in Orschel-Hagen sowie das Freibad Markwasen blieben als operatives Geschäft bei den Stadtwerken.

Laut Bilanz erzielten die Stadtwerke im Jahr 2001 einen Gewinn von 3,1 Millionen Euro. Der Umsatz betrug etwa 1,4 Millionen Euro. Erträge aus Beteiligungen brachten knapp 7 Millionen Euro. Die Personalkosten für 167 Beschäftigte der SWR schlugen 2001 mit rund 5,4 Millionen Euro zu Buche.

Der Beteiligungsbericht 2001 nennt Zahlen, Daten und Fakten zu 29 städtischen Unternehmen. Mit dem Beteiligungsbericht soll das Netzwerk dieser Gesellschaften für Gemeinderäte und auch für Bürger transparent gemacht werden. Gedruckt liegt der Bericht nur in wenigen Exemplaren vor, gut versteckt finden ihn geduldige Internetsurfer auch auf der Homepage der Stadt Reutlingen - am schnellsten gehtqs über Stichwortsuche »Beteiligung«. (GEA)