FTD  28.1.09

Nach Staatsrettung

AIG zahlt Kreditmanagern Millionen

Offiziell will der de facto verstaatlichte US-Versicherungskonzern mit Millionenboni Mitarbeiter halten, die sich zuletzt mit riskanten Kreditgeschäften hervorgetan hatten. Es ist nicht das erste Mal, dass die Staatshilfe für AIG für dubiose Zwecke ausgegeben wird.

 
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Der nur mit Milliardensummen vom Steuerzahler vor der Pleite bewahrte US-Versicherungskonzern AIG wird Medienberichten zufolge 450 Mio. $ Bonuszahlungen an Manager zahlen. Das Geld gehe an rund 400 Mitarbeiter aus der Finanzabteilung, die mit riskanten Geschäften, sogenannten Credit Default Swaps, den Konzern an den Rande des Zusammenbruchs gebracht haben, hieß es.

Eine Konzernsprecherin wollte den Betrag nicht bestätigen. Sie sagte, es gebe ein Programm, das dabei helfen soll, Mitarbeiter an das Unternehmen zu binden, die "die komplexen Themen" regelten, die AIG jetzt abwickele.

Die meisten Vorstandschefs von Unternehmen, die staatliche Hilfe erhielten, haben auf ihre Boni für 2008 verzichtet und auch die Prämien für andere Beschäftigte zusammengestrichen. Der neue AIG-Chef Edward Liddy hat zugestimmt, dass er 2008 und 2009 jeweils nur 1 $ an Gehalt erhält.

AIG sorgt nach ihrem Fast-Zusammenbruch erneut mit Vergünstigungen für eigene Mitarbeiter für Negativ-Schlagzeilen. Nur wenige Tage nach der ersten Rettungsaktion vom 16. September spendierte AIG Mitarbeitern einen Aufenthalt in einem kalifornischen Luxusferiendomizil. Auf der Rechnung in Höhe von insgesamt 440.000 $ standen unter anderem Wellness-Behandlungen, Golf-Trips und Galamenüs. AIG hat inzwischen Notkredite in einer Gesamthöhe von 150 Mrd. $ erhalten.

http://www.ftd.de/unternehmen/finanzdienstleister/:Nach-Staatsrettung-AIG-zahlt-Kreditmanagern-Millionen/466755.html