Online Focus 29.5.09

Hartz IV

1-Euro-Jobs kosten reguläre Arbeitsplätze

 
Umstritten waren die 1-Euro-Jobs von jeher – offenbar nicht ganz zu Unrecht. Die Billig-Arbeitskräfte boxen immer öfter ihre festangestellten Kollegen aus dem Rennen.

Ein-Euro-Job oder Festanstellung?

 

1-Euro-Jobber verdrängen einem Zeitungsbericht zufolge reguläre Arbeitsplätze. Eine Umfrage im Auftrag der Bundesagentur für Arbeit (BA) unter 1-Euro-Jobbern habe ergeben, dass 45 Prozent der Befragten die gleiche Arbeit machten wie fest angestellte Kollegen, berichtete die „Frankfurter Rundschau“ vom Freitag. Damit verdrängte fast jeder zweite 1-Euro-Jobber reguläre Beschäftigung und verstoße gegen die gesetzlichen Vorschriften. Jeder vierte gab an, für den 1-Euro-Job sei eine abgeschlossene Ausbildung erforderlich.

Der Zeitung zufolge hat das BA-eigene Forschungsinstitut IAB 1232 Personen nach ihren Erfahrungen gefragt. Dem Blatt lägen die Ergebnisse in Form einer Auswertung durch den Deutschen Gewerkschaftsbund vor.

 

1-Euro-Jobs – oder „Arbeitsgelegenheiten mit Mehraufwandsentschädigung“, wie sie offiziell heißen – wurden 2005 im Zuge der Hartz-Reformen eingeführt. Empfänger des Arbeitslosengelds II können sich mit diesen Tätigkeiten etwas zu ihrer Arbeitslosenhilfe dazuverdienen. Dabei sollen 1-Euro-Jobber vor allem für Arbeiten im öffentlichen Sektor eingesetzt werden, die ohne diese Arbeitskräfte nicht möglich wären. Auf diese Weise wollte der Gesetzgeber verhindern, dass die gering entlohnten Arbeitslosen mit regulären Arbeitsplätzen konkurrieren – offensichtlich hat sich diese Intention nicht durchsetzen lassen.